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Der Winter hat sich verabschiedet, zumindest vorerst, das Eis und der verharschte Schnee der vergangenen Wochen sind verschwunden, die Wege jetzt aber weitgehendst Matsch und Patsch. Die ohnehin in solchen Wochen eher triste Landschaft ist von einem trüben Einheitsgrau ummantelt, Sprühregen liegt in der Luft. Doch das alles hält an diesem Sonntagvormittag im Februar dreißig Ruderkameraden und –innen von LFRG / LRG und LFRK / LRK nicht davon ab, dem Aufruf zu einer Gemeinschaftswanderung zu folgen. Tapfer marschiert die Gruppe vom Niendorfer Hafen aus zunächst auf dem Strandweg in Richtung Timmendorfer Strand vorbei an aufgewühlten Sandbergen, die mal in Fortsetzung von Scharbeutz her auch hier zu einem erhöhten neuen Deich profiliert werden sollen. Der Blick auf die Ostsee verliert sich in einer neblig grauen Sup
pe, die Himmel und Wasser eins werden lassen. Dann zieht der Troß durch die weite Moor- und Sumpfniederung zwischen Strandpartie und Hemmelsdorfer See. Hier soll mal in grauer Vorzeit ein Ostseefjord bis weit ins Land gereicht haben, von dem aber letztlich nur noch der Hemmelsdorfer See übrig geblieben ist, übrigens mit seiner bis 40 Meter Tiefe der tiefste Punkt Deutschlands. Napoleon hat hier einen Kriegshafen und Adolf Hitler einen U-Boot-Hafen geplant. Diesen Vorhaben der beiden Kriegslüsternen haben die Naturgewalten aber einen Riegel vorgeschoben. Eine hartnäckige Neigung zur Versandung, gespeist durch ständigen Abtrag am Brodtner Ufer macht ja auch heute den Verantwortlichen für die Hafenzufahrt in Niendorf zu schaffen, es muß immer wieder ausgebaggert werden. Das alles und noch einiges mehr erfahren wir von unserer „Touristikführerin“ Inge Rosehr. Und dann scheint zumindest die Spitze der inzwischen lang hingezogenen Truppe zunehmend ein höheres Tempo anzuschlagen, zielbewusst dem Aussichtspunkt am Hemmelsdofer See zustrebend. Man scheint Witterung aufgenommen zu haben. Und richtig, hier trifft gerade Rosehr Junior mit Familie ein mit einem Sackkarren mit Kisten voll mit einer Batterie von Isolierkannen und Zubehör. Ein köstlicher Glühwein, natürlich mit einem ordentlichen Schuß Rum, ist die Belohnung für das gute Durchhalten. Und nun wandeln sich auch Himmel und die Landschaft zumindest in ein freundlicheres helles Mausgrau. Weiter geht es auf verschlungene Matsch- u. Patschpfaden und dann zurück auf dem Strandweg zum Niendorfer Hafen. Im urgemütlichen Vereinshaus des Niendorfer Yachtclubs von 1913 ! gibt es für alle zur Belohnung ein köstliches Dorschfilet auf Wirsinggemüse. Und sogar die Sonne mogelt sich ein wenig durch das Einheitsgrau und scheint den beiden Organisatorinnen Inge Rosehr und Christel Lange zu signalisieren, sich nicht abzuhalten, auch im nächsten Jahr wieder ein solches Winterwanderung-Unternehmen zu starten. Danke Euch Beiden und wir sind natürlich wieder dabei. |