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Mit der Ilmenau stand für das erste Juni-Wochenende einer der schönsten, aber auch anspruchsvollsten Wanderflüsse Norddeutschlands auf dem Fahrtenprogramm. Neun Teilnehmer reisten am Freitagabend zum Lüneburger Ruderclub v. 1875, dessen gastfreundliches und idyllisch gelegenes Bootshaus uns für zwei Tage Quartier bieten sollte. Ein weiterer Standortvorteil des Lüneburger RC ist seine Altstadtnähe, so dass bereits am Freitagabend ein Stadtbummel durch die beschauliche Lüneburger Altstadt unternommen wurde.
Der Samstagmorgen begann zunächst einmal mit Autofahren, denn die erste Etappe sollte im 25 km entfernten Medingen beginnen. Relativ flott und vor allem vor dem Eintreffen erster Mietkanuschwärme waren die drei Zweier im Wasser. An Bord eine Mischung aus langjährigen und neueren Mitgliedern, dabei waren Inge und Klaus-Peter André, Volker Tiedemann, Christoph Kaak, Daniel Tank, Nora Sindhuwinata, Marcus Begemann, Karsten Schwarz und Schnupperkurs- teilnehmerin Anne Kaiser, die auf der Ilmenau als Ruderanfängerin gleich das volle
Programm einer Lehrwanderfahrt präsentiert bekam. Enge Kurven, überhängendes Busch- und Astwerk und dazu eine nicht unbeachtliche Strömung forderten die Aufmerksamkeit der Steuerleute. Die vorsorgliche eingepackte Säge und ebenso die Axt kamen nicht zum Einsatz. Der Steuerwettbewerb „Wer landet am häufigsten im Busch“ endete für alle drei Mannschaften nahezu unentschieden. Zur Mittagspause in Bienenbüttel entspannte sich der Streckenverlauf ein wenig.
Dafür gab es am Nachmittag bei Deutsch-Evern nochmal die berühmt-berüchtigten Haarnadelkurven und spätestens hier wurde klar, warum in der Streckenbeschreibung von einer Befahrung mit Vierern abgeraten wird. Schließlich mussten die Boote kurz vor dem Ziel in den Lösegraben umgetragen werden. Anschließend konnten wir unseren zweiten Sommerabend in Lüneburg genießen, der Biergarten eines Brauhausrestaurants lud zum Verweilen ein und der Rückweg führte unweigerlich an einer Eisdiele vorbei.
Sonntagmorgen mussten zunächst die Autos nach Geesthacht vorgesetzt werden und bei der Rückkehr empfing Kaffeeduft die Fahrer. Mit einigem Verhandlungsgeschick war es gelungen, Schleusungen in Bardowick und Wittorf zu erwirken. Kurz hinter Wittorf mussten die Boote mit einigem Kraftaufwand in den Stichkanal zum Barumer See übergesetzt werden. Die Einsatzstelle direkt am Schöpfwerk war stark zugewachsen, was die Sache nicht unbedingt erleich- terte. Entschädigt wurden wir mit einer traumhaften Etappe auf Neetze und Reihersee,
bis der Wasserlauf vor uns schließlich im Düker unter dem Elbe-Seiten-Kanal ver- schwand. Bei drückenden 28 Grad galt es, mit dem Boot in der Hand den Kanaldeich zu überwinden. Als Hilfsmittel hatten wir den RVSH–Bootswagen im Gepäck, der uns gute Dienste leistete. Nach getaner Schlepperei gönnten wir uns eine Kaffeepause. In Ermangelung eines schattigen Plätzchens ließen wir uns schließlich auf der Deichkrone nieder, um wenigsten ab und an einen Lufthauch spüren zu können. Gestärkt ging es an das letzte Drittel der Stecke. Vier Kilometer
schnurgerader Kanal provozierten den Hinweis, möglichst die Innenkurven zu nutzen. Bei Artlenburg bogen wir auf die Elbe ein und wurden von guten spürbarer Strömung erfasst. Einzig die Motorbootwellen einiger Freizeit- kapitäne störten unsere Fahrt nach Geest- hacht. Während des Wartens auf die Autos waren die Boote gereinigt und verladen, so dass nach einer kurzen Erfrischung der Rück- fahrt nichts mehr im Wege stand. Und das nach zwei anstrengenden, aber wunderschön-en Rudertagen in einem reizvollen Ruderrevier. |